Wärmepumpen-Installation: Warum Hartlöten DGRL-Pflicht auslöst
Wer Split-Wärmepumpen vor Ort verlegt und Kältemittelleitungen hartlötet, ist DGRL-Hersteller — mit Qualifizierungspflicht nach Art. 14. Alles Wichtige.
Die Heizungswende sorgt für Hochbetrieb bei Wärmepumpen-Installateuren. Was viele nicht wissen: Wer Kältemittelleitungen vor Ort hartlötet, gilt nach der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU als Hersteller — und muss dokumentieren, dokumentieren, dokumentieren.
Was passiert beim Split-System?
Bei einer Split-Wärmepumpe werden Innen- und Außeneinheit separat geliefert. Die Verbindungsleitungen für das Kältemittel (meist Kupferrohre) werden vor Ort verlegt und durch Hartlöten verbunden.
Diese Verbindungen sind dauerhafte Verbindungen an einem druckführenden Bauteil — und fallen damit unter Art. 14 DGRL.
R290: Warum Propan die Anforderungen verschärft
Propan (R290) als natürliches Kältemittel wird immer beliebter — gut für die Umwelt, aber regulatorisch anspruchsvoller:
- R290 gehört zur DGRL-Fluidgruppe 1 (brennbar/entzündlich)
- Das erhöht die Kategorie des Druckgeräts
- Höhere Kategorie = strengere Anforderungen an Qualifikation und Prüfung
Wer heute R290-Wärmepumpen montiert und die Leitungen hartlötet, braucht Löter-Qualifikationen nach ISO 13585 — und eine BPS nach EN 13133, die das verwendete Lot und Verfahren beschreibt.
Was ändert sich gegenüber klassischen F-Gas-Anlagen?
Bei HFC-Kältemitteln (R32, R410A) mussten Installateure bisher primär den F-Gas-Sachkundenachweis (§ 5 ChemKlimaschutzV) vorweisen. Die Löter-Qualifikation nach ISO 13585 war oft ein blinder Fleck.
Mit zunehmendem Audit-Druck — von Versicherungen, aber auch von Netzbetreibern und Kunden — rückt die DGRL-konforme Lötdokumentation stärker in den Fokus.
Praxis: Was brauchen Wärmepumpen-Betriebe?
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BPS für das verwendete Verfahren: Flammlöten mit Cu-P-Lot an Kupferrohren — das ist für viele Betriebe nur eine einzige BPS, die einmalig erstellt wird.
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Löter-Qualifikationen: Alle Mitarbeiter, die Kältemittelleitungen hartlöten, brauchen ein gültiges ISO-13585-Zertifikat. Gültigkeitsdauer: 3 Jahre, Halbjahresnachweis alle 6 Monate.
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BPAR: Für die Serienfreigabe des Verfahrens ist eine Verfahrensprüfung nach ISO 13134 erforderlich. Meist reicht ein BPAR pro Verfahren/Werkstoffkombination.
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Lötprotokoll pro Baustelle: Wer hat welche Verbindung wann gelötet? Nach welcher BPS-Revision? LötDoku erfasst das in Sekunden per Smartphone.
Wie viel Aufwand ist das wirklich?
Für einen kleineren Wärmepumpen-Betrieb mit 2–3 Lötpersonen und einer Standard-Werkstoffkombination (Kupfer/Cu-P-Lot/Flammlöten) ist der Initialaufwand überschaubar:
- 1 BPS (einmalig, 1–2 Stunden)
- 1 BPAR (einmalige Prüfung, Kosten ca. 300–500 €)
- ISO-13585-Prüfung pro Löter (einmalig, danach nur Halbjahresnachweis)
Der laufende Aufwand beschränkt sich auf die Halbjahreserinnerungen und die Lötprotokoll-Erfassung — beides in LötDoku in wenigen Minuten erledigt.