BPS erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung nach DIN EN 13133
Eine normkonforme Hartlötanweisung (BPS) nach DIN EN 13133 erstellen — alle Pflichtfelder erklärt mit Praxisbeispielen für Kälteanlagenbauer.
Die BPS (Brazing Procedure Specification) ist das zentrale Dokument jedes Lötbetriebs. Wer hartlötet und unter die DGRL fällt, muss für jedes Lötverfahren eine schriftliche BPS haben. Hier ist eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Was ist eine BPS?
Die Brazing Procedure Specification beschreibt alle wesentlichen Parameter eines Hartlötverfahrens. Sie ist das Pendant zur WPS (Welding Procedure Specification) beim Schweißen. DIN EN 13133 legt fest, was eine normkonforme BPS enthalten muss.
Pflichtfeld 1: Identifikation
Jede BPS braucht:
- Eine eindeutige BPS-Nummer (z. B. „BPS-KA-001")
- Ein Revisionsdatum und eine Revisionsnummer
- Den Gültigkeitsbereich (ab wann gilt diese Version?)
Praxistipp: Nummerieren Sie systematisch nach Verfahren — „BPS-KA" für Kälteanlagen-Flammlöten, „BPS-WP" für Wärmepumpen etc.
Pflichtfeld 2: Geltungsbereich
Der Geltungsbereich definiert, für welche Aufgaben die BPS gilt:
- Grundwerkstoffe (z. B. Kupfer nach EN 1057, Wanddicke 1–3 mm)
- Verbindungsarten (Überlappverbindung, T-Verbindung …)
- Abmessungsbereich (Rohrdurchmesser 12–54 mm)
Wichtig: Eine BPS deckt immer nur den geprüften Bereich ab. Für neue Werkstoffkombinationen braucht es eine neue BPS (und ggf. einen neuen BPAR).
Pflichtfeld 3: Lotwerkstoff
Angabe nach ISO 17672:
- Lotwerkstoff-Bezeichnung (z. B. „Ag 45" für Silberlot mit 45 % Ag)
- Lotzusatz-Form (Stab, Draht, Paste …)
- Flussmittel (Bezeichnung nach EN 1045, oder Begründung warum keines verwendet wird)
Pflichtfeld 4: Fügebedingungen
- Spaltmaß: Mindest- und Höchstspalt in mm — kritisch für Kapillarwirkung und Lotfluss
- Oberflächenvorbereitung: Schmirgeln, Entfetten, Beizen? Welche Methode, welche Mittel?
- Passgenauigkeit: Wie wird sichergestellt, dass Fügeteile korrekt positioniert sind?
Pflichtfeld 5: Lötverfahren
Klare Angabe des Verfahrens:
- Flammlöten (welche Gasmischung? Brenner-Typ?)
- Induktionslöten (Frequenz, Generatorleistung?)
- Ofenlöten (Atmosphäre, Aufheizrate?)
Pflichtfeld 6: Temperaturführung
- Löttemperaturbereich in °C (z. B. 650–750 °C für Cu-P-Lot)
- Haltezeit bei Löttemperatur
- Abkühlbedingungen (Luft, kontrolliert, Abschreckung verboten?)
Pflichtfeld 7: Nachbehandlung
- Flussmittelentfernung (wann, womit, wie kontrolliert?)
- Wärmenachbehandlung (falls erforderlich)
- Reinigungsverfahren
Pflichtfeld 8: Prüfung und Abnahme
- Prüfumfang (100 % Sichtprüfung? Stichproben-Dichtigkeitsprüfung?)
- Prüfmethoden (VT, PT, RT, Drucktest …)
- Akzeptanzkriterien (nach welcher Norm bewertet?)
Freigabe
Die BPS muss von der Lötaufsichtsperson (DVS 2631) geprüft und freigegeben werden, bevor das Verfahren eingesetzt wird. Datum und Unterschrift gehören ins Dokument.
Zusammenfassung
Eine vollständige BPS nach DIN EN 13133 braucht 8 Pflicht-Abschnitte. LötDoku führt Sie durch alle Felder mit vorausgefüllten Vorlagen — für Kältemittel-Flammlötungen in weniger als 15 Minuten fertig.